
31.03.2026 / in Allgemein
Digitale Souveränität: noch ein weiteres Marketing-Buzzword für das Bullshit-Bingo?
Oder steckt mehr dahinter?
Für mich ist es ähnlich wie die Diskussion um PV-Anlagen (Photovoltaik). Will man Autarkie erreichen, also unabhängig sein, oder installiert man die PV-Anlage, weil man aus Prinzip von fossilen Brennstoffen weggehen möchte, oder einfach, um die Energiekosten zu reduzieren, oder sind es alle Gründe zusammen?
Entscheidet man sich für digitale Souveränität, geschieht dies häufig aus dem Wunsch heraus, die Hoheit über die eigenen Daten zu behalten, unabhängig von Serviceleistungen der Cloud-Anbieter zu sein oder, ganz allgemein, nicht ausschließlich von US-Anbietern abhängig zu sein.
Für uns als deutsch-österreichisches Unternehmen ist auch die lokale Wertschöpfung ein wesentlicher Vorteil. Das gilt für unsere Kunden, aber auch für uns, wenn wir mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten.
Regionalität ist ein wenig wie ein Dialekt, er kann ein Nachteil sein, aber auch ein Vorteil. Man spricht die gleiche Sprache und hat einen ähnlichen sozialen Hintergrund. Der Dialekt ist auch ein Zeichen für Unabhängigkeit von der absoluten Gleichschaltung durch eine zentrale “Weltsprache”.
Wer bestimmt, was wir und unsere Kinder zu sehen bekommen? Wer bestimmt, was wir wissen sollen/dürfen?
Natürlich ist digitale Souveränität kein Allheilmittel. Man verkauft nicht automatisch mehr, wenn man digital souverän ist. Es hilft aber bei der Darstellung von Kompetenz!
Wenn man im Detail alle Prozesse und die Verwaltung der Kundendaten unter allen(!) Umständen beschreiben und nachweisen kann, ohne auf sich ständig ändernde Service-Bedingungen von US-Konzernen hinweisen zu müssen, ist das ein entscheidender Vorteil.
AGB ändern sich zurzeit nicht, weil sich die technischen Gegebenheiten ändern, sondern weil sich die politische Interessenslage verschiebt.
Ganz pragmatisch hilft einem die digitale Souveränität bei der Einhaltung von Gesetzesvorgaben und Regelungen.
Hand aufs Herz, wer verliert nicht den Überblick über alle geltenden EU-Gesetze und Vorgaben zur digitalen Souveränität?
Dabei gilt: Je einfacher verständlich die verwendete Lösung und je konkreter man die Kontrolle über alle Daten, die man speichert, selber behält, umso leichter erfüllt man die unterschiedlichen Anforderungen.

Über allen diesen Vorschriften steht die politische Leitlinie:
Declaration on European Digital Sovereignty“ (2025)

Am 18. November 2025 gelang im Rahmen des Gipfels zur digitalen Souveränität in Berlin ein wichtiger Durchbruch:
Alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben die von Österreich initiierte „Declaration on European Digital Sovereignty“ verabschiedet.
Für uns als Unternehmen mit mehr als 200 Sparkassen in Deutschland als Kunden sind natürlich auch die rechtlichen Anforderungen der Finanzbranche wesentlich.
Kontrolle:
- Wissen, wo überhaupt Daten sind/verarbeitet werden
- Wissen, wer darauf Zugriff hat
Transparenz:
- Systeme müssen prüfbar sein
- Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein
Verantwortung:
- Das Management haftet
- Klare Verantwortlichkeiten müssen definiert sein.
Die digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit im digitalem Raum selbstbestimmt und unabhängig zu agieren. Man muss die Gestaltungshoheit und Kontrolle über die eigenen Daten behalten. Es geht um die digitale Kompetenz des Unternehmens.
Für uns von Hyperwave gilt dabei nicht nur, dass wir selber unsere Daten souverän verarbeiten, sondern vor allem, dass wir unsere Kunden unterstützen, ihre Daten souverän zu verwalten.
Unsere Lösung soll es unseren Kunden ermöglichen, vollständig und unter allen Umständen die Kontrolle über Ihre Daten zu behalten. Das bedeutet auch, dass ein Ausfall unserer Dienstleistung zu keinem Kontrollverlust über die Daten bei unseren Kunden führt.
Dazu übergeben wir die vollständige Kontrolle über den Betrieb unserer Lösung an den Kunden entweder on-premise oder über eine vom Kunden definierte Cloud-Umgebung.
Das Intranet ist der zentrale Ort, an dem das Unternehmenswissen gesammelt und verfügbar gemacht wird. Im Intranet findet man das Unternehmenshandbuch, alle definierten Prozesse, Anmerkungen und Notizen zu Abläufen, Personalinformationen und Informationen über aktuelle und bereits durchgeführte Projekte.
Daher ist es ein zentrales Anliegen unserer Kunden, dass diese Wissensdatenbank vollständig unter ihrer Kontrolle bleibt.
Hyperwave steht mit dem Anliegen, die digitale Souveränität bei unseren Kunden zu unterstützen, natürlich nicht alleine.
Wir sind Teil der lokalen Community, sowohl branchenbezogen als auch regional, und arbeiten mit anderen Firmen zusammen, um unsere Kunden zu unterstützen.
Bei Sparkassen sind das in erster Linie die Finanz-Informatik und unsere ICM Einführungspartner Sparkassen Consulting und Ventuno.
Wir sind aber auch in der lokalen IT-Community sowie mit dem Spitzenforschungszentrum Know Center für vertrauenswürdige datengetriebene künstliche Intelligenz vernetzt.
Und wie sieht es mit der digitalen Souveränität bei Ihnen aus?
Nehmen sie teil an der Umfrage der ITCS zur digitalen Souveränität: Umfrage zur Digitalen Souveränität
Für Fragen, Wünsche und Anregungen zu diesem Beitrag stehe ich gerne zur Verfügung -> Peter Luttenberger